Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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vorzulegen und muß das Erkenntnkß vorzüglich
beschleunigt werden."
8- 48. „Haben beide Partheken darauf angetragen,
daß die Sache ohne mündliche Verhandlung vor
dem Apprllationsrkchter Entschieden werde, so wird
ohne Weiteres auf schriftlichen Vortrag das Er»
kcnntniß abgefaßt"
Herr Willhelmi war für die Aufhebung dieser
Ausnahme, weil sie das Prinzip der Mündlichkeit, wel-
ches durchaus und unter allen Umständen das richtige
sei, beschränke und rin schriftliches Verfahren von der
Willkühr der Partheien, also der Regel nach von der
oft durch zufällige Umstände bestimmten Ansicht ihrer
Sachwalter abhängig mache.
Herr Präsident Lange war von den großen Vor-
zügen des mündlichen Verfahrens durchdrungen, sprach
aber die Ansicht aus, der Verzicht auf dasselbe müsse
zulässig sein, weil kein Grund vorlkege, der Parthei
einen Zwang aufzulcgen, wenn sie selbst verzichten wolle.
Ta im Falle des Nichterscheinens ohne mündliche Ver-
handlung erkannt werde, so sei nicht einzuschen, warum
die Parthei nicht im Voraus diesen ihr in ihrem Nicht-
erscheinen liegenden Verzicht aussprechen dürfe, was
nach den jetzigen Einrichtungen zur Zeit- und Kosten-
Ersparung führe..
In diesem Sinne sprach auch Herr Oberlündes-
gerichts-Affessor v. Dernuth von Paderborn und Herr
Gerichtsdirektor Gremler von Rüthen.
Ter letztere hielt, vollends unter der Voraussetzung,
daß noch Schriftsätze nach der Klagebeantwortung ge-

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