Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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Hierin aber wäre eine ganz verkehrte Anwendung
des §. 23. Zit. 10. Zty. I. A. L. R. enthalten, in,
dem dieser Paragraph wohl unter mehreren Prätendm,
ten demjenigen, der das Eigenthum erlangt hat, den
Vorzug gibt vor dem andern, dessen Recht blos persön«
lich, ein bloßer Titel, verblieben ist, aber keinesweges
das einmal erworbene Eigenthum wieder entzieht. Der
Kollisionsfall wäre nicht nach §. 23 cit., sondern nach
§. 21 das. zu entscheiden, worin verordnet wird, daß
unter mehreren, welche auf das Eigenthum aus einem
an sich rechtsgültigen Titel Anspruch machen, derjenige,
dessen Titel vom bisherigen wahren Eigenthümer her-
rührt, den Vorzug habe. Denn der erste Cessionar lei«
tet seinen Anspruch vom wirklichen Gläubiger ab; nicht
so der spätere, weil zur Zeit der ihm geleisteten Ceffion
der Cedent schon durch die frühere Abtretung das Eigen-
thum des Rechts verloren hatte. Wollte der Besitzer
der Urkunde sich darauf berufen, daß der, welchem eine
Sache körperlich übergeben worden, in Anseh,mg der
aus dem Besitze entspringenden Rechte den Vorzug habe,
vor dem, welchem die Uebergabe blos durch Anweisung
oder durch Zeichen geschehen ist — A. L. R. Thl. I.
Tit. 7. §. 74. Tit. 20. § 257 —, so mußte man
allerdings ihm zugestehen, daß die Cession keinen Natu-
ralbesitz der Forderung, welcher überhaupt undenkbar ist,
überträgt. Doch auch der Besitz des Instrumentes ist
keineswegs Besitz oder Ausübung der Forderung selbst,
da ja sogar der Besitz des zurückgegebencn Instrumentes
fa den Händen des Schuldners eine Vermuthung für die
Aufhebung der Forderung erzeugt. Nun würde aber
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