Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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ohne aber an deren Verabsaumung einen gleichen Nach-"
thcil zu knüpfen. Je wichtiger nun derselbe sei, um so
weniger dürfe der Richter ihn da eintrcten lassen, wo
er nicht ausdrücklich vorgeschricbcn sei. Ter §.' 438
könne, seiner Stellung zufolge, nur als Anleitung für
den Erben, als Empfehlung einer bestimmten Form,
nicht als unbedingte Vorschrift gelten; die Versäumung
dieser empfohlenen Form habe daher nur dann einen
Nachtheil zur Folge, wenn der Fall der % 434 und
436, mit Bezug auf 439 vorhanden sei, und das
dürfe hier nicht angenommen werden. Implorant rügt
gegen diese Ausführung: der §. 434 verordne, wie
ein jedes Inventar beschaffen sein solle und mache dem
Erben die mögliche Vollständigkeit dabei zur Pflicht:
in unmittelbarer Beziehung darauf stehe die Bestimmung
des §. 438 wegen der Privat»Jnventarien; sie sollen
nach den, den Landes - Justiz. Kollegien jeder Provinz
vorgeschriebenen Formularen eingerichtet sein. §. 439
endlich wiederhole nur, was §. 427 bereits angcordnet
sek. Tie Vorlegung eines nicht gehörig eingerichteten
Inventars solle darnach der Nichterrichtnng eines sol-
chen gleichgelten. Alles dieses gehe aus dem innern
Zusammenhänge der gesetzlichen Vorschriften hervor und
gegen diesen verstoße der zweite Richter, wenn er, weil
im §. 439 nur die §§. 434 u. 435 erwähnt seien,
lediglich an deren Wortinhalt die Entscheidung knüpfe.
Beide ständen mit §. 438 eben so in genauer Verbin-
dung, wie der § 427 mit 439 und §. 438, verbun-
den mit den Vorschriften der A. G. O. Thl. H. Tit. 5
§• 5ß. Ein dieser Erfordernisse ermangelndes Inventar

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