Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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Kap. III. §. 2 nicht enthalte nnd aus derselben eine
Verpflichtung des Mahlzählers, das selbsterworbene Pc-
knlium dem Anerben zu hinterlassen, nicht herzuleiten
sei, sondern sie ihn nur verpflichte, das bei Antretung
der Mahljahre übernommene Pckulium zu inventarisiren
und herauszugeben, daraus aber jene Verpflichtung nicht
zu folgern sei, sondern nach der Natur der Sache und
allgemeinen Rcchtsgrundsatzen der Mahlzäbler als Nieß-
braucher für sich selbst erwerbe, man also nach Mün-
sterschcr Eigenthums-Ordnung annehmen müsse, daß der
Mahlzähler" nnr das beim Antritt der Mahljahre vor-
handen gewesene, keineswegs aber das während dersel-
ben erworbene Pekulium an den Anerben hcrauszugebcn
branche nnd cs.sich von selbst verstehe, doß die Auf-
hebung der Leibeigenschaft durch die Bergischen Dekrete
hierin nichts geändert habe.
Früher war das Geheime Obertribunal der Ansicht,
daß der Mahlzäbler Olles beim Aufhören der Mahljahre
vorhandene Pckulium zurücklasscn müsse (Sommer
Archiv V. S. 233, Simon Entscheid. Bd II. S. 176,
Weiter gntsherrlich bäuerliche Verhältnisse S. 414).
nnd diese Ansicht scheint die richtigere zu sein.
Es kommt
a, zunächst und entscheidend auf die Frage an, ob
die Münstersche Eigenthums-Ordnung wirklich den
Mahlzähler verpflichte, das erworbene Pckulium
dem Anerben zu belassen? Dieselbe sagt dieses
nirgends ausdrücklich; allein dieses scheint nur des-
halb unterblieben zir sein, weil dieselbe das ganze
Pekulium als eine universitas betrachtet, beiwel-

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