Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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Prozesses vereiteln kann. Mag ihm später der Kurator
oder der Gläubiger den Nachweis liefern, daß er die
Erbschaft eingezogen «nd zu seinem Vorthekl verwendet
hat: er muß zunächst wieder auf Herausgabe dessen,
was ei von der Erbschaft hinter sich hat, verurtheilt
werden. Gegen bedrängte Erben wird es, wenn das
vorgcschlagene neue Gesetz publicirt wird, keine rasche
Erekution mehr geben, denn in der Noth greifen die
Schuldner leider gemeinhin zu Mitteln, die nicht die
rechten sind, und beruhigen ihr Gewissen mit dem Ge-
danken, daß sie Niemanden beifügen, vielmehr Jedem
das Seinige geben und sich nur einstweilen Ausstand
verschaffen wollen. Alle Dortheile der vortrefflichen Ver-
ordnung vom 1. Marz 1834 werden verloren gehen.
Aus 10 Erekutionen gegen insolvente Erben werden'
wenigstens 5 crbschaftliche Liquidationsprozesse entstehen.
Cs ist unsere feste Uebcrzeugung, daß aus dem neuen
Gesetze größere Härten, freilich auf einer andern Sekte,
entstehen werden, wie aus den Bestimmungen des Allg.
Laudrechts, wie sie jetzt liegen. Nicht ohne Grund ist
es getadelt, daß bevormundete Personen auch ohne Le-
gung eines Inventars immer Bcneficialerben bleiben;
wir unternehmen es nicht, diese Bestimmung legislato-
risch zu rechtfertigen. Sie wird aber, im Effekt be-
trachtet, jetzt gcneralisirt. Bei bevormundeten Personen
brachte.sie bisher keinen großen Nachtheil; bei der sorg-
fältigen obervormundschaftlichen Verwaltung, wie sie in
unserm Staate besteht, bedarf es nur eines Blickes in
die Vvrmnndschasisaktm, um den Bestand der Erbschaft
daraus zu entnehmen. In der Wirklichkeit fehlt es bei

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