Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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anlangt, so wollen wir diese dahingestellt sein lassen;
aber man) erwäge doch nur, wie bäufig der Richter in
bürgerlichen Streitigkeiten auch technischer Kenntnisse be-
darf, und wenn er sie nicht hat, sich von Anderen sie
verschaffen muß
4. Endlich soll sich die Besorgniß nicht in Abrede
stellen lassen, daß die Gerichte, wenn ihnen unbedingt
die Entscheidung aller Kompctenzkonfliktc überlassen würde,
durch ihre Entscheidung die öffentlichen Interessen bedeu-
tend gefährden könnten.
Wie es sich mit dieser Gefahr verbält, glauben wir
oben genügend entwickelt zu baben. Der Staat kann ein
Unrecht, was ihm durch seine Gerichte zugefügt wird,
gewöhnlich leicht verschmerzen, während ein ungerechter
Spruch häufig Privatleute mit Kindern und Kindeskindern
in den Bettelstand binabstößt.. Gefährdet das Unrecht,
das der Staat erlitten, wirklich das öffentliche Interesse,
so kann durch einen Akt der Gesetzgebung Alles leicht wie,
der in das gehörige Geleise gebracht werden, und die zu
gewährende Entschädigung wird leicht verschmerzt. Der
Unterthan muß in die Hände der Gerichte Gut, Ehre und
Leben niederlegen: was soll er sagen, wenn der Staat,
der die Gerichte bestellt, in sie kein Vertrauen setzt? Wenn
unser höchster Gerichtshof in allen Kompetenzkonflikten,
zuletzt in höchster Instanz und in pleno collegii zu
entscheiden hätte, so würde uns eine Gefahr, welche dem
Vaterlande aus dieser Einrichtung drohen könnte, nicht
erschrecken.

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