Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

80

war eint; Reallast, wenn sie auch nach Verschiedenheit
der Verhältnisse deS Guts eine nähere Bestimmung und
Form erhielt. Denn.dort, wo die Leibzucht durch das
Gesetz begründet ist, erscheint sie als ein Ausfluß eines
ander« Hauptverhältnisses, nämlich des Kolonats-Rechts,
vermöge dessen das Gut selbst als das Subjtct der Prä-
statt'on angenommen werden muß, so daß demnach der
jedesmalige Besitzer des Guts als verpflichtet angesehen
werden darf. Zwar dauert dieses Berhältniß nicht ewig
fort; es ist temporair an das Leben des Leibzüchters
gebunden; allein dessen ungeachtet bleibt es dinglicher
Natur. Mittermaier Privat-Recht §. 153.
. Eben deshalb ifi der in dem vorhin angezogenen
Circulare des Königl« Ober-Landesgerichts zu Cleve all-
gemein ausgesprochene Grundsatz.:
für die stipulirteu jährliche« Leistungen an Gelbe
oder Naturalien findet der hypothekarische Eintrag
nur in so weit statt, als derselbe? kontraktmäßig
stipplirt worden ist,*)
in Ansehung der ältern- Leibzuchtsverhältnisse nicht unbe-
dingt richtig; aber eben so wenig folgt hieraus, wie
Wigand Provinzial-Recht des. .Fürstenthums Minden
I. Band, Seite 315 will,: dass- der Brsitztitrl für den
neuen Kolo« nicht eingeschrieben werden kann, ohne die
Leibzucht des alten Kolons zu iwtiren. Denn, hat auch
allerdings der Leibzüchter, wo daS alte Kolonatverhälmiß
befand, , ein Real-Recht, für seine Leibzucht, und bedurfte

*) Dergl. über dieses Rescript: Wigand Prov. Recht für
Minden 1. 315.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer