Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 4 (1837))

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war und als ein gesetzlicher Ausfluß deS lehtern
immer fortdauerte.
4) Lekbzucht finden wir bei den Kolonaten unter drei
verschiedenen Verhältnissen:
kl. wenn der Kolon wegen Alter oder Gebrechlichkeit
dem Hofe nicht mehr vorstchen kann, und daS
Gut dem Anerben abtritt,
b. Wenn der mahljährige Besitzer an dem
Ende der Mahljahre steht, «ud die Leibzucht
bezieht.
o, Wenn der Jnterkmswkrth daS Ende der Interims-
wirthschaft erreicht.
Die Leibzucht der mahljährigen Kolonen wurzelt in
dem Ehe-Rechte; denn der überlebende Ehegatte
des Anerben bezog nicht als Interkmswirth, sondern
vermöge des Eherechtes und der Gewinnung die
Leibzucht. Der Jnterimswkrth wird zwar ebenfalls
auf das Gut ausgenommen, allein nur als Frem-
der zur einstweiligen Verwaltung, der zur Entschä-
digung für seine Bemühungen und deshalb, weil
sein Allodium in dem Gute stecket, oder er seinen
Fleiß und seine Kräfte zum Vortheile des Hofes
aufgewendet (Hagemann Landwirths. §. 275.)
die Leibzucht bezieht. Der überlebende Ehemann,
sagt Eichhorn in der Einleitung zum Privat-
Rechte in der Anmerkung zum §. 366., der durch
die Ehe auf das . Gut gekommen ist, führt -keine
^nterimswirthschast; sein Anspruch auf eine Leib-
zncht entsteht aus den Wirkungen der Ehe. ,
5) Die Leibzucht haftete jedesmal aus dem Gute; sie

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