Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 4 (1837))

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hat, und mag ihnen zu ihrem nöthigen Hand-
Pfennig etwas an Geld oder Geldeswerth gegr,
ben werden.
A) Die alte Lekbzucht erscheint häufig und ursprünglich
wohl allgemein als ein besonderes Pertinenz, wel,
ches der Leibzüchter kn einer selbstständig.bestehenden
Wirthschaft bebauete.
Wie aber die Höfe an ihrer Größe verloren,
die Lekbzucht auf ein Sechstel oder eine bestimmte
Ilnzahl Ländereien festgestellt wurde, konnte die Leib«
zucht nicht mehr als eine besondere Wirthschaft be-
stehen. Eine nothwendkge Folge hiervon war, daß
der Besitzer der Stätte die Leibzuchts- Ländereien
bestellen mußte. Geschah dies aber, so konnte die
Stätte zu Erhaltung ihres Düngerzustandes das
Stroh nicht mehr entbehren; das, letztere verblieb
daher dem Hofcsbesitzer und der Leibzüchter bezog
nur den Ertrag an Körnern von dem Leibzuchts-
Lande. Dies Letztere war nun entweder ein für
allemal bestimmt; oder es wechselte mit den Jahren.
Häufig auch ließ man dem Leibzüchter das Recht,
von den auf dem Halme stehenden Früchten die
bestimmte Morgenzahl jährlichs auszuwählen, und
endlich einigte man sich statt alles dessen auf eine
bestimmte Quantität Körner, welche der Leibzüchter
von dem Hofesbesitzer bezog. Indessen blieb auch
hier der Character der Dinglichkeit unverkennbar,
da das rechtliche Band zwischen dem Leibzüchter
und dem Gute durch das Kolouats-Recht begründet

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