Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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züchter zu der Pacht und Schatzung beitragen, wenn es
nicht anders hergebracht ist. Dasselbe bestimmt r>ie Ei-
genthums-Ordnung für die Grafschaft Recklinghausen
§. 63.
Unverkennbar folgt aus diesen verschiedenen gesetzt
lichen Bestimmungen, daß
1) daS Recht zur Leibzucht nicht erst durch, einen be-
sondern Vertrag, sondern durch das' Kolottats-Ver-
hältniß selbst begründet war.
2) Die eigentliche Leibzucht befaßte immer eine Quote
des Guts, welche entweder an und für sich bestimmt
war, oder an deren Stelle eine gewisse Anzahl
Ländereien durch gegenseitiges Abkommen unter
gutsherrlicher Genehmiguug angewiesen wurde. Die-
ser Satz wird durch die Sprache des gewöhnlichen
Lebens bestätigt, wornach der Bauer, weml die
Verhältnisse des Guts nicht gestatten, dem alten
Kolon eine bestimmte Anzahl Ländereien oder eine
bestimmte Quote von dem Ertrage des Guts auö-
zuwerfen, täglich noch erklärt: Leibzucht könne nicht
gegeben, sondern nur Wohnung im Hause und Kost
am gemeinschaftlichen Tische gewährt werden. Wir
finden dies auch in der Gesetzgebung selbst ausge-
sprochen. So heißt es in der Eigenthums-Ord-
nung für die Grafschaft Recklinghausen §. 62.
wörtlich:
ober wenn wegen Schlechtigkeit des Erben keine
ordentliche Lerbzucht bestimmt werden
kann; so genießen die Leibzüchter an des Nach-
folgers Tische die Kost, so gut er solche selbst

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