Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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werden können, wird von den Rechtslehrern ohne Wider-
spruch so verstanden, daß dem Ermessen des Richters die
Prüfung der Erheblichkeit des für den Rücktritt ange-
führten Grundes uberlassen bleibr.
Es heißt bei O. Böhmer in princ. jur.
6anon. §. 372:
Dissolutio sponsalium validarum ad unius
partis instantiam decerni potesc, si rationa-
bilis causa intervenerit. Cnuaae speciales
repudii licet jure definitae non sint, possunt
tamen ad liaec principia revocari, ut toties
repudio locus sit, quoties 1, altera pars ad-
advetsus fidem sponsalitiam agit u. f. w
Als einen Fall dieser Verletzung der fides spon-
salitia führt Böhmer dann noch an:
sponsalia cum alia contracta •,
die Eingehung eines zweiten Verlöbnisses; und wenn er
gleich hiebei nur den Fall im Auge zu haben scheint,
daß die oder der frühere Verlobte wegen eines spater
eintretenden zweiten Verlöbnisses des andern Theils zurück,
treten dürfe, so ist doch die fides sponsalitia ,'n dem-
selben Maaße auch gegen die spatere Verlobte verletzt,
wenn ihr der durch ein früheres Versprechen noch Ge-
bundene Treue gelobt. Sam. Stryck in s. Tracta-
tus de dissensu sponsalitio handelt, von diesem
letzter» hier vorliegenden Falle, nämlich:
si post contracta sponsalia resciverit sponsa,
sponsum iam alii virgini juratam de con-
trahendo matrimonio fidem dedisse, et hac
neglecta ad alia sponsalia proptrasse.

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