Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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Grundstücke die Rede, welches (wie testis Fallböhm er
bekundet, fol. 59 v. und Kläger selbst nicht bestreitet
kol. 25. 154.) die Urgroßeltern, Großeltern und Eltern
der Ehefrau des Verklagten gegen Pacht und Gewinn
besessen haben.
Es tritt daber im vollsten Maaßc die im Veste
Recklinghausen bei Bauerngütern geltende gesetzliche Ver-
ni utbung für erbliches Besttzrecht (Schlüter Prov Recht
Bd. 3. p. 15.) zu Gunsten des Verklagten ein, und
Kläger batte das behauptete Zeitpachts-Verbältniß beweisen
müssen. Dieses hat er aber nicht getban. Denn, wenn
er sich darauf beruft, daß die zeitlichen Inhaber der
Vicarie den Kotten nur auf ihr Lebelang in Gewinn ge-
than haben, so erklärt sich das zureichend daraus, daß
Dicarien nur usufructuarii ihrer Pfründen sind und
daher über ihren Tod hinaus über das Vicarie-Vermögen
kein Verwaltungsrccht ansübcn können. Wenn Kläger
sich ferner darauf beruft, daß die Pacht nicht immer
gleichförmig gewesen, so verliert dieses Datum dadurch
an Zuverlässigkeit, daß von Zeit zu Zeit mit dem Kotten
auch Zeitpachtsgründe verbunden gewesen sind und wird
jedenfalls durch die für ein erbliches Besitzrecht sprechende
Data, daß dem Besitzer daS Wohnhaus gehört hat, da
er es ohne Widerspruch abgebrochen, und auf eigenen
Grund versetzt hat, daß in den Gewinnbriefen den Päch-
tern zur Pflicht gemacht wird: keme Last ins Erbe zu
bringen, ihrem Gutsherrn treu zu seyn rc. rc., bei weitem
überwogen.
II. Den Fünftel-Abzug anbelangend, so hat nach
der Aussage des 87jährigen Zeugen Vallbäumcr

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