Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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gewiß höchst interessant scyn, die Resultate öffentlich be-
kannt gemacht zu sehen, und es dürfte daher auch der
Wunsch gerechtfertigt werden, den ich dahin auszusprechen
mir erlaube, daß die Geschäftsmänncr derartige Fälle
sammeln und in die vorliegenden Blätter nicderlcgcn
möchten, da dieselben vor allen andern geeignet scyn
dürften, eine Sammlung zur Feststellung anziehender
Fragen über unsre provinzielle Institutionen vorzubereiten.
Diese Idee hat die Mittbeilung der nachstehenden
Erkenntnisse zunächst veranlaßt.
In der Grafschaft Recklinghausen, den Bezirk der
Land- und Stadtgerichte Torsten und Recklinghausen bil-
dend, gibt cs eine Menge bäuerlicher Guter unter dem
Namen Leib-Gcwinn-Güter bekannt, worüber kein einziges
geschriebenes Gesetz eristirte. Ich hatte in meiner Abhand-
lung über das Güterwesen in der Grafschaft Reckling-
hausen, in v Kamptz Jahrbüchern Band 33. S. 207.
die mir von den altern Beamten bei meiner Versetzung
hierhin schon mitgcthcilte Ansicht zu rechtfertigen gesucht,
daß die rechtliche Vermuthung für ein erbliches Besitzrecht
der Koloncn spreche. Die Frage hierüber kam in mehreren
Prozessen späterhin zur Sprache und wurde in allen
Instanzen mit einer solchen Bestimmtheit besaht, daß die-
selbe wohl als völlig festgestellt angesehen werden darf.
A. I» Sachen des Pfarrers Dü sing gegen den
Kötter Ossenkirch genannt Trur hatte der Kläger
behauptet, es besitze Verklagter die unterhabende» Grund-
stücke nur in Zeitpacht. Er war in erster Instanz vom
König!. Land- und Stadtgerichte zu Dorsten abgewicscn
und dem Verklagten ein erbliches Besitzrccht zncrkannt.

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