Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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Erbschaftsschnlden betragen aber 30,000 Thaler, so muß
er 9000 Thaler ex proprii« zulegen. Zn etwas
Mehreren ist er, meines Erachtens niemals verpflichtet,
wenn er lediglich wegen Versäumniß der Fristen für einen
Erben ohne Vorbehalt angesehen wird, und halte ich die
Meinung sub 3. für die richtige. Daß er aber alle
Nachlaßschulden, und selbst 6X proprii« zu bezahlen
vernrtheilt wird, kann, so weit ich cs einsehe, niemals
gerechtfertigt werden.
Bekanntlich kann ein Mit-Erbe auch überall nur
in solidum in Anspruch genommen werden, wenn er
sich vor Erfüllung der gemeinschaftlichen Verpflichtungen
mit seinen Mit-Erbe» in den Nachlaß gctheilt hat.
A. L. R. Thl. 1. Tit. 17. §. 131.
Hieraus folgt aber nicht, daß er überall die Pflich-
ten der Masse solidarisch erfüllen müsse.
Es fehlt nicht an Beispielen, daß irriger Weise die
noch in communione stehenden Mit-Erben, wenn sie
zusammen angegriffen wurden, Einer für Alle und Alle
für Einen fürs Ganze vernrtheilt sind, obgleich sich die
Praris auf richtigere Grundsätze gestellt hat» • Diese
irrigen Entscheidungen gründeten sich auf den §. 127.
1. c., und beruhteil in einer Verwechselung der Begriffe
gemeinschaftlich, und Einer für Alle und Alle
für Einen. Ter Begriff „gemeinschaftlich" ist aber
mit dem andern Begriff gar nicht identisch.
L>. 43. D. de re judicata (42. 1.) normirt:
„Paulus respondit eos qui una sententia in
unam quantitatem condemnati sunt, pro
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IV.

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