Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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Zweifel entgegen, welche selbst von solcher Bedeutung
sind, daß sie die entgegenstebenden Grunde überwiegen
möchten. Es kann daher nur zweckmäßig se»n, diese
einflußreiche Materie in der westphälischen juristische»
Zeitschrift zur Eröffnung zu bringen. Um ein Resultat
zu gewinnen, erscheint es unvermeidlich, die einschlagenden
Grsctzstellen gegen einander zu stellen.
Der §. -414. Thl. i. Tit. 9. des A. L. R. bestimmt:
Tie Erklärung, eine Erbschaft ohne Vorbehalt annehmen
zu wollen, muß eine deutliche und bestimmte Ent-
sagung dieser Rechtswohlthat (des Inventars) ent-
halten.
§. 418- loco citato:
Wer eine Erbschaft ohne Dorbalt angenommen bat,
muß für alle daran zu machende Forderungen haften.
§. 419. ibid.:
Er kann sich mit dem Einwande, daß die Schulden
das Aktiv-Vermögen der Erbschaft übersteigen, gegen
diese Vertretung niemals schützen.
Hiernach kann Folgendes als feststehend angenommen
werden:
Der heres ex asse, der ausdrücklich und
deutlich erklärt hat, die Erbschaft ganz ohne Vor-
behalt, und unter Verzichtung auf die Rechtswohlthat
des Inventars annehmcn zu wollen, haftet für das
Ganze der Nachlaßschulden, nach der Parömie:
„Wer einen Heller erbt, muß einen Thaler be-
zahlen."
Der §. 427. Thl. L Tit. 9. des A. L. R. setzt fest:
Wer die vom Gesetze, oder von dem Richter bestimmte

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