Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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Willen ausdrücklich erklärt, wie er es gestatte,
daß ein Anderer die Sache in Besitz nehme,
und dieser von der geschehenen Erklärung Ge»
brauch macht, so ist die Ucbergabe vollzogen.
In dem sogenannten ersten Entwürfe von Klein
(S. 138 I. c.) wurde dagegen diese Bestimmung völlig
umgeschaffen, und dahin gefaßt:
§. 62. Auch die bloße Willenserklärung des Besitzers
ist l'iiireichend, dem Andern den Besitz zu über-
tragen, sofern derselbe dadurch über die Sache
zu verfügen in Stand gesetzt wird.
Diese mit der S a v i g n v schcn Theorie durchaus über-
einstimmende Proposition fand indessen Seitens Snarez
Widerspruch, indem derselbe bemerkte:
Zu §.62. Wenigstens müßte doch hier die mündliche Aceep-
tation deü neuen Besitzers hinzukommen, wenn
der Besitz selbst erworben werden sollte; eines
Theils, weil Willenserklärungen überhaupt, jo
lange sie nicht acceptirt werden, immer revo-
cabel sind, andern Theils, weil sonst, contra
tenorem §. 38. gar kein factum der Be- '
sitzcrgreifnng eristiren würde.
Auf Grund dieses, unverkennbar durch die herr-
schende Ansicht der gemeinrechtl.chen Praris veranlaßten,
moniti wurde das Conclusum dahin gefaßt:
Tie bloße Willenserklärung ist zur Evaluation des Be-
sitzes hinreichend, aber nicht zur Apprehension; alsdann
muß ein factum von der andern Seite hinzu«
kommen.

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