Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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a) Ist in .stehender Ehe eine unbewegliche Sache er«
kobert, der Kaufpreis aber rnch nicht gezahlt, so gehört
dieselbe zwar dennoch zur Erkoberung, geht also zur
eineq Hälfte auf den überlebenden Ehegatten, zur andern
Hälfte aber auf die nächsten Verwandte» des verstorbenen
Ehegatten über; allein der rückständige Kaufpreis muß
auch in eben dieser Art von ihnen übernommen werden,
und trifft keinesweges dm überlebmden Ehegatten allein.
Dieser Satz ist in Thl. I. Cap. 3. §. 21. 22.
der Landesprduung zwar nur in Bezug auf die Rechte
der Kinder verschiedener Ehen gegen einander für den
Fall, wenn in erster Ehe das Gut angekauft, in zweiter
aber bezahlt ist, ausgesprochen; es kann aber keinen
Zweifel leiden, daß diese Bestimmung sn Bezug auf jede
Erkoberung, mag die Frage zwischen den Kindern' ver-
schiedener Ehen, oder zwischen dem überlebenden Ehegatte»
und den Verwandten des vorverstorbenen Ehegatten zur
Sprache kommen, angewandt werde« muß. Der rück«
ständige Kaufpreis ist eine Schuld der Errungenschafts'
Masse. Mit der Entscheidmig dieses einzelnen Falles ist
uus aber noch kein Prinzip zur Lösung der Frage, welche
Schuldm, der überlebende Ehegatte als Mobilarerbe nicht
zu übernehmen hat, gegeben; ein solches gibt aber
b) eine andere Stelle der Landesordnung Thl. IV.
Cap. 10. §. 2. au die Hand, wenn sie sagt:
„Ein offener Kram — item das Vieh —- wie auch
„die Frucht, damit man parthiret, soll für keine
„Fahrniß, sondern in Vererbung gleich den ohnbiweg,
„lichen Gütem geachtet, und deshalbcu auch die
„Schulden, so hiervon rühren, und entweder

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