Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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sich veranlaßt sehen, nämlich Ersatz des den Dreschgärtnern
durch die Cultur der neuen Früchte entstehenden Ausfall
an den alten. Sie würden sonst, sagen die Gutsherrn,
auf den vierfachen Lohn gewöhnlicher Tagearbeiter kommen,
was um so ungerechter, da die neuen Früchte, wenn
auch im Ertrage geringer, doch mit ungleich größerem
Kostcnaufwaude, und, wie namentlich beim Raps, nur
mit vermehrter Gefahr erzielt werden könnten. Die
Dreschgärtner erwideren dagegen, daß z. B. der Raps,
auf welchen Weizen gcsäet werde, den Boden sehr aus-
sauge, somit die Weizen -Erndte und ihre Tantieme , für
den Dreschgärtner unergiebiger als sonst werde, wogegen
seine Arbeit dieselbe bleibe. Daß der Raps mehr anzn-
baucn koste, als andere Getreidearten, wird bestritten,
die damit verbundene größere Gefahr des Mißrathens aber
zugestanden, welche übrigens ja auch den Dreschgärtner
für seine Tantieme trifft, und ihn beim Anbau einer,
sichern Gewinn versprechenden, Getreideart nicht getroffen
haben würde. — Ueber diese Verhältnisse theilt der Vers,
nun einen Rechtsfall mit, wo die Dreschgärtner auf die
Tantieme von Rübs und Raps klagen. Ter l. Senat
des Obcr-Landesgerichts zu Breslau wies sic mit ihrer
Klage angebrachter Maaßen ab, weil sie nur Entschä-
digung dafür, daß der Raps an die Stelle des beim
Vertrage vorausgesetzten tantiemepflichtigcn Getreides ge-
baut worden, so wie für die beim Erndten und Dreschen
des Rapses geleisteten Dienste eine angemessene Vergü-
tigung fordern können. Das Gericht nahm an, daß die
Worte des Vertrags gemäß §. 86. A. L. R. 1. 4.
nach der Zeit, wann die Erklärung abgegeben worden,

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