Full text: Volume (Jg. 4 (1837))

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standeS durch List, Gewalt oder Bitte, daher verordnet
Z. 148 ibid. sehr bezeichnend:
Vorstehende Rechte (§. 146.147.) kommen demjenigen,
welcher solcher Gestalt (d. h» vi, clam, vel
precario) seines Besitzes zur Ungebühr entsetzt worden,
nicht nur gegen den Entsetzenden und seine Theilnehmer,
sondern auch gegen deren Erben zu.
Es kann also nur da, wo eine der im Gesetze an-
gegebenen Arten der Besitzstörungen vorhanden ist, ein
possessorisches Rechtsmittel statt finden. Die Meinung,
daß das possessorium summariissimum auch dem
zustehe, welchem die wiederholte Leistung einer früher
einmal bewilligten Natural-Prüstation verweigert worden,
hat demnach die Bestimmungen der Gesetze wider sich.
Es läßt sich aber auch Nachweisen, daß ihr die Natur
der Sache entgegen ist. Dies ergibt sich einleuchtend
aus der Vergleichung des negativen und affirmativen
Rechts. Den Begriff des erstercn definirt §. 81. I. c.
dahin:
Wer eine Handlung, welcher der Andere widersprechen
konnte, ohne dessen Widerspruch unternimmt, der er-
langt den Besitz des Rechts, von dem Andern zu for-
dern, daß er diese Handlung ferner leide.
Ter Besitz dieses Rechts, etwas zu thun, was der Ändere
leiden muß (eines negativen Rechts) hört auf, wenn
der Andere den Besitz des cntgegengesetzttn.Untersagungs-
rechts erworben hat. (§. 127.) Dies kann aber, da
Niemand aus seinem Besitzstände eigenmächtig verdrängt
werden darf, von demjenigen, der seine unbeschränkte
Freiheit wieder erlangen will, gegen den Andern, der

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