Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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In dem oben vorausgesetzten Falle der Subhasta-
tion gegen den dritten Besitzer hat zwar (der Gläubiger
weggedacht) nicht der persönliche Schuldner, sondern der
dritte Besitzer den Kaufgelderrückstand zu fordern. Die-
ser vertritt aber in jedem Falle den gewöhnlichen Schuld-
ner; hat er die Hypothekenforderungen beim frühern An-
käufe auf den Kaufpreis übernommen, so ist er dadurch
Bevollmächtigter des persönlichen Schuldners dem Gläu-
biger gegenüber; hat er sie nicht übernommen, so er-
scheint er als negotiorum gestor, und verfolgt seine An-
sprüche aus der Geschäftsführung später mit der Klage
auf Gewährleistung gegen seinen Verkäufer, so daß im
Resultate doch alleö wieder auf den ursprünglichen
persönlichen Schuldner zurückfällt, daß im Resultate er
es ist, dessen an die Stelle des verpfändeten Gegenstän-
des getretene Forderung der Richter dem Gläubiger zu
seiner Befriedigung anweist.
Die weitern Consequenzen dieser unserer Ansicht
haben endlich nichts den Gesetzen irgend Widersprechen-
des oder dazu nicht Passendes. Folgen sind namentlich:
1. Daß da» ursprüngliche Schulddocument nicht
cassirt werden darf, vielmehr nach abgetrenn-
tem Hypothekenschein dem Gläubiger zugleich
mit der Urkunde über die ihm auf den Kausgel-
derrückstand ertheilte Anweisung wieder zuzustel-
len sein wird. Die Cassation ist auch in diesem
Falle gesetzlich nirgend vorgeschrieben.
2. Daß der Gläubiger auf die Anweisung verzich-
ten und dann seine ursprüngliche Forderung vom
persönlichen Schuldner anderweitig betreiben
kann. — Auf sein Pfandrecht kann der Gläu-
biger unbeschadet seiner Darlehns- oder sonstigen

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