Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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m In der Anwendung auf den Kläger, als angeblichen
Altlutheraner, sagen diese Gesetze also nur: daß derselbe tm
Mangel eines besondern Herkommens rc. zu Lasten oder Ab-
gaben, welche aus der Parochialverbindung fließen, an die
evangelische Parochialkirche zu Erwitte nicht angehalten wer-
den solle, — in dem vorliegenden Falle handelt «S sich nun
aber gar nicht um Abgaben an die evangelische Kirche zu
Erwitte, sonder» um Beiträge zur Unterhaltung der evange-
lischeu Schule und die Verpflichtung zur Entrichtung dieser
Beiträge, ist nach §. 29. Lit. 12. Thl. II. Lbr. ganz unab-
hängig vom GlaubenSbekennmiffe.
Der bereits oben allegirte §. 30. eock:, wonach jeder
Einwohner nur zur Unterhaltung des Schullehkßrs von stl-
ner RrligiouSparthei beizutragen verbunden sein soll» wenn
für die Einwohner verschiedenen Glaubensbekenntnisses an
einem Orte mehrere gemeinen Schule« errichtet find, —
könnte den Kläger daher hier nur in dem Fall« schützen,
wenn eine altlutherische Schule in Erwitte bestände. Dies
ist jedoch nicht der Fall, und damit dir Frage entschieden.
Abgesehen hiervon befindet flch der Kläger überhaupt
in einem Jrrthum, wenn er die Generalkonzesfion für flch
anruft; dieselbe gibt den Alllutheranrrn, sofern fle zu be-
sonder« Kirchengemeinden zusammentreten, verschiedene spe-
ciell aufgeführte Befugnisse, setzt also deren korporative Ver-
einigung in Kirchen voraus; der Kläger will nun zwar
seiner religiösen Ueberzeugung und also vermuthlich auch
seinem Glaubensbekenntnisse nach» zu den Altlutheranern
gehören, — und die Gewissensfreiheit ist ihm völlig ««ver-
schränkt; allein er erklärt selbst, daß «s ihm unmöglich ge-
wesen, Mitglied einer altlutherischrn Kirchengemeinde zu
werden, weil er nicht nach Schlefien oder Pommern habe
auSwandern wollen; er ist also nirgends Mitglied einer alt-
lutherischen Kirchengemeinde, und wenn daher die General-
konzesfion keine Anwendung auf ihn findet, so kann er in
xit. 8«trg«»g. er -»st. 41

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