Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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er gegen obige Vorschriften rechtsgrundsätzlich verstoßen,
woraus sich zugleich die Unrichtigkeit, der Behauptung des
Jmploratcn ergiebt, daß der dem Appellationsrichter ge-
machte Vorwurf nur die Thatfrage tangire. Das Appel-
lations-Erkcnutniß war sonach zu vernichten.
In der Sache selbst mußte das Erkenntniß erster
Instanz bestätigt werden.
Denn durch die übereinstimmende Aussage mehrerer
glaubwürdiger Zeugen ist festgestellt, daß die Besitzer des
Grundstücks des Verklagten sich seit länger denn 30 Jah-
ren fast täglich frei, öffentlich und ungestört jenes Weges
über den Hof und den Garten des Klägers und seiner
Vorbesitzer bedient haben, um sich ihren Wasserbedarf,
aus dem dahinter belegcnen Schulzensee zu holen. Diese
Handlung ist an sich vollkommen zur Besitzergreifung einer
Wegegerechtigkeit geeignet, gereichte den Besitzern des
klägerischen Grundstücks zur Einschränkung ihrer Rechte,
und ist ohne ihren Widerspruch vorgenommcn worden;
Umstände, die auf eine fehlerhafte Besitzergreifung, oder
auf eine präcaire Gestattung schließen lassen, liegen nicht
vor, sind nicht einmal behauptet, geschweige nachgewiesen
worden, die Wegegerechtigkeit muß sonach als durch Ver-
jährung erworben erachtet werden. Der Kläger hat sich
zwar noch auf die im Jahre 1841 stattgefnndenc Sepa-
ration bezogen, und behauptet, daß die Verjährung hier
nicht Platz greifen könne, weil in dem Separationsrezesse
dem Verklagten kein Servitut der Art Vorbehalten sei;
dieser ganze Einwand erledigt sich aber dadurch, daß nach
§. 2. des Rezesses vom 28. August 1841 die Hofstellen,
sowie die, der Hütung nicht unterworfenen, Ächtcrhöfe
und Gärten nicht zur Umlegung gekommen lind durch die
Separation nicht berührt worden sind, Kläger aber nicht
einmal behauptet hat, daß sein Garten dein Hntungsrecht
umerwc'.stn gewesen ist. Daß in dem im §. 4. und ö.

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