Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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daß Verklagter Merten geäußert, die Hälfte würde
angemessen sein und er lieber nach dem Dorfe
herum auf der Hauptstraße fahren.
In dieser gelegentlichen Aeußerung liegt weder eine
Entsagung eines bereits erworbenen Rechts, welche in
ihrer mündlichen Forin und unbestimmten Fassung nicht
einmal genügen würde, noch ein genügendes Anerkenntniß
Seitens der Verklagten, daß sic und rcsp. ihre Vorbesitzer
den Weg nur praecano und nicht in der Ai eil, INI g eines
ihnen zustehenden Rechts benutzt haben, weshalb Kläger
auch in dieser Veziehnng für beweisfällig zu erachten ist.
Da hiernach festgcstellt, daß Verklagte und deren
Vorbesitzer diesen Weg länger denn 30 Jahre hindurch
frei, öffentlich und ungestört benutzt, das behauptete praeca-
rium aber nicht nur nicht nachgewicsen, sondern widerlegt
ist, indem die Besitzergreifung und Ausübung von den
Verklagten und resp. ihren Besitzvorfahren als ein ihnen
zustehendes Recht erfolgt ist, so haben sie die Wegegerech-
tigkeit durch die 30jährige Präscription erworben, ohne daß
der Nachweis eines justi tituli erforderlich ist.
Kläger war daher rekormslorie mit seiner Klage ab;
zuweisen.

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