Volltext: Band (Jg. 14 (1850))

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für sich selbst und als ein ihm zustehendeS ausgeübt ha-
ben, denn dann ist er nach §. 5. A. L. i)f. Thl. I. Tit. 7.
Besitzer des Rechts geworden.
Dies ist aber hier im vorliegenden Falle auch ge-
schehen; denn Verklagte haben den Weg für sich und als
ein ihnen zustehendeS Recht ausgcübt, und ist es in dieser
Beziehung völlig einflußlos, aus welchem Grunde), die
Besitzergreifung geschehen, indem die Art des Titels hier
bei der Frage, ob das Recht von dem Ausübenden als
sein eigenes besessen, nicht von Erheblichkeit sein kann.
Ebensowenig passen die Vorschriften der allcgirten
§. 69. und 106. Tit. 7. und
§. 14. Tit. 22.,
denn elfterer setzt voraus:
»daß Jemand eine Sache für einen Andern innc
gehabt«
dann kann er allerdings durch seinen bloßen Willen, die
Sache nunmehr für sich zu besitzen, den Besitz derselben
für sich nicht erlangen; Verklagte haben aber auch die
Wcgegerechtigkeit nicht vorher für einen Andern iune ge-
habt; sondern gleich Anfangs nnr für sich ausgeükt.
Daraus aber, daß der Vertrag nicht schriftlich er-
richtet war, kann, wie bereits oben gezeigt, nicht ein prac-
carium, und noch weniger gefolgert werden, daß der Be-
sitzer deö klägerifchcn Grundstücks die Ausübung nnr ans
Freundschaft oder Gefälligkeit gestattet habe; im Gegen-
teil liegt hier klar zu Tage, daß die Gestattung der Aus-
übung auf Grund der Vereinbarung, also dadurch über-
nomincnen Verpflichtung und überkommenen Berechtigung
geschehen ist.
Der §. 106. eil. ist daher ganz zur Ungebühr her
angczogcn und eben das gilt vom §. 14. eit., der unr-
eine Wiederholung der im ?. *1 s<| des Allgemeinen Vant
rechts Theil I. Titel 7. gegebenen allgemeinen Regeln

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