Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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Sinne des Worts u>) besitzen mußte lind da dieses nur
dem Freien gestattet war, so verstand sich zugleich von
selbst, daß nur Freie die Jagd und Fischerei als eigenes
Recht hatten 2"). Nur das ächte Eigcnthum und nur der
Freie, der eö besaß, stand unter dem Schutze des Bolks-
gerichts, nur er war berechtigtes Mitglied der Volksge-
mcinde->). Er war vermöge seines EigcnthumS zum
Kriegsdienste verpflichtet und eben daher zum Schutze des-
selben durch die Volksgemeinde, vollständig berechtigt.
Freiheit und Eigenthum bedingten einander, das eine war
Zeichen des andern. Darum vererbte auch das Grund-
eigenthum nur auf die dem Heerbann pflichtigen Söhne:
Nater aut water «leluneti. filio non filiae hereditatem rclin-
qunt, sagt die Lex Saxonnm»). Schutzpflichtige und Un-
freie konnten Grund und Boden mir im Namen des
Freien besitzen, der sie in Streitigkeiten mit anderen Freien
sowohl als in der Volksgemeinde vertrat und selbst wenn
sie fast alle Eigenthumörechte unter seinem Schutze auö-
übten, so wurden solche doch nur nach abgeleitetem Hof-
rechte (jus euriae) nicht nach Volksrechte beurtheilt2->). Da-
her konnte der Unfreie von seinem Herrn zwar wohl als
Jäger gebraucht werden, aber auf eigene Hand jagen

>8) Er bedient sich des Ausdrucks gierst in den batriotischen
Phantasten IV. Nr. 43 Stimm Rcchtsalterthümer S.
494. Nr. 15. Mittermaier Privatrecht §. 270.
20) Möser oSnabrückische Geschichte I. S. 368. Note e. Er
geht hier so weit, die Präsumtion aufzustellen, daß aus
dem Besitze der Jagd da« ächte Eigenthum folge.
21) Grimm RcchtSalterthümer S. 290. N. 6. Eichhorn
Rechtsgeschichte §. 48. Mittermaier P. R. §. 136.
22) Jit. 7. §. 1. Georgisch p, 459. So auch die Legcs
der saliichen und ripuarischen Franken, der Angliorum et
Werinorum, Burgundionum u. s. w. Eichhorn Rechrs-
g-sch. 8- 65.
23) Moser oSnabr. Gesch. Abschn. 1 §. 24. Eichhorn
RechtSgesch. >. 57. 59. Priv. Recht §- 157.

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