Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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verpflichtend cractuct und um* mir tKiicffictu auf die Strenge
des altrömischen Schulorechts ein besonderes formelles
Gepräge erfordert, roodnrck; es verbürgt werden sollte,
das; die Absicht reo Paeioeenten auch wirtlich und wohl
überlegt auf Uebernahme jener strengen Folgen gerichtet
war. Mit der Zeit kam inan aber von der Strenge des
Buchstabens und des starren Formalismus mehr und mehr
zurück. Man fing an, nachgerade vorzugsweise den mate-
riellen Entstehnngsgrund ins Äuge ;u fassen, und es wnr-
den gewisse, nur materiell besonders geeigenschaftete Ab-
reden, die benannten EonsensuabVerträge ans den Grund
eines festen Herkommens aueb ohne besondere formelle
Einkleidung 2 3) für rechtlich vollwirksam angenommen. Da-
neben fand der allgemeine Grundsatz Anerkennung, das;
Jeder zur Erstarrung oder Rückgabe dessen gehalten sei,
waS er gegen die Berpflichtung hierzu wirklich empfangen
habe und daß die Annahme einer Leistung, insbesondere
eines (tare, auch zu der übernommenen Gegenleistung voll-
kommen verbindlich mache. Im Uebrigen blieb, soweit
nicht auch andere specielle Vorträge schon durch Eivil-
oder prätorisches Recht speciell für klagbar erklärt wurden,
die strenge Form noch immer das allgemeine Mittel, um
auch jede andere Uebereinkunft zu einer vollständig wirk-
samen Obligation zu erheben. Das einfache, bloö den
Gegenstand bezeichnende Versprechen konnte durch Anwen-
dung der Stipulation zu einem vollständig verpflichtenden
Vertrage gestaltet werden.
Allmählich lnachtc sich aber die Rücksicht auf einen
besonderen materiellen Verpflichtungsgrund neben der
streng formellen causa auch insofern geltend, daß diese

2) Walter, Rom. Rechtögeschichte §. 715. 718. 719.
3) Vrxgl. hierzu auch Walter a. a. O. 8« 564. mit Rote 6.

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