Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

so sehr als die einer H'efeiitlick’ti Erweiterung bedingt ist.
^knr eine emendatio oder declaratio (mit eine Verminderung
der ursprünglichen Forderung) bleibt aneb .ferner noch ge
stattet, i)
So hat denn der gemeine Deutsche Prozeß, während
er der VerhandlnngSmaxime deS lltömischen Prozesses treu
geblieben ist, durch die Adoption deö Eventualprincips in
eine entschieden abweiebende Bahn eingclentt. Er hat dein
Heischcsatz: "da mild lacimii», den ferneren: »da id «(iiod
poicris oninc», hinzngcfügt. Seine Devise ist, wie Dern-
bürg 8) sich ausdrückt, nicht bloß: Alles zu feiner Zeit,
sondern anch: Alles zu seiner Zeit.
Der Französische Prozeß, welcher ebenfalls der Per
Handlungsmaxime folgt °), hat dagegen in Bezug auf das
Eventnalprincip eine von der des Deutschen Prozesses durch-
aus verschiedene Entwickelung genommen. Dort fast ein
offenes Feld und hier eine enge Arena; dort mehr ein
freier Necoulre mit dem Vortheil des Augenblicks, hier-
ein Kampf in geordneten »Gängen" und strenge „geschlos-
senen Schranken».
ES wird nicht gesucht erscheinen, wenn man behaup-
tet, daß in jenen verschiedenen Wegen die Eigenthnmlich
leiten der Nationen ihren Ausdruck gefunden haben. Wäh-
rend der Deutsche Prozeß mit einer gewissen Gravität in
einem gemessenen Tempo einherschreitet, zeigt der Franzö-
schc überall eine anSnchmcndc 7eicbtigkeil und Beweglich-
keit. Treffend hat der bereits erwähnte Schriftsteller dein
letzteren de» . Character einer ganz besonder-en »Elasticitat"
. ! .
7) Heffler a. a. C. § 356. (Plank, Lehre vorn Beweis
urtheil & 37 will fogar eine miilulio libelli bie- ;unt
Beweisinterloeul gestatten.)
b) Abhandlungen S. 256.
■*) Bergt, oben die (Erörterung Nr. II.

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