Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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schon geklagt hatten, die Verklagten schon vom wahren
Sachverhältniß unterrichtet waren, kein solches erwerben
konnten. — Darinn nun, noeil die Zuschreibung im Berg-
gegeubnche die Tradition bei Bergwerken ersext, sintema-
len eine eigentliche R'atnralübergabe bei Bergwerken nicht
Statt finden kann, indem deren Besi:? nur darin besteht,
daß das Bergwerk unter Beanssiciaignng der dom ^raat
bestellten Behörden betrieben wird, in- renn auch die loa
binetsordre dom .41. October 184! über die Anshebimg
der Zwangstitelbesilzbericbtignng hier snr nicht anwendbar
erachtet. ocb \2. (jsl) bemerkt übrigens bei dieser
Entscheidung, der Erwerber müsse l,Enlüb. Bd. 7. ')ln\
48. S. 408) deni Eigenthümer auch dann, wenin er nichts
vom Aufträge gewußt, weichen, da,'wer von einem Riebt
eigenthnmer', obgleich in gutem (Glauben, eriverbe, nicht
Eigenthnmer werde und 'deshalb die Saebe dem tvahreu
Eigenthnmer herausgeben müsse; sein guter Glaube habe
blös Einfluß 'auf seine (Gegenforderungen. — Allein das
Obertribunal hat durch den' Plenarbescblnß dom 2. Okto-
ber 1848 angenommen, daß der Machtgeber, dessen Be-
vollmächtigter' ans Grund des erhaltenen Auftrages eine
Sache von einem Dritten im eignen jicuncn erkauft hat,
durch die in Folge eines solchen Vertrags an den Bevoll-
mächtigten geschehenen Uebergabe der Sache nicht sofort
das Eigenthnm' derselben erwerbe, sondern nur das per-
sönliche' Recht erlange, von dem Bevollmächtigten die
Übertragung des Eigenthums an ihn zu fordern (Minist.
Dl. v. 1848 S. 268 ff.). Besonderes (Gewicht ward hier
darauf gelegt, das; der Tradent ja nur beabsichtige, den
ihm in eigenen! Rainen gegenübertretenden Bevollmächtig-
ten zum Eigenthnmer z'n''machen, ein anderer es also
auch durch die Tradition nicht geworden sein könne (A. 2.
N. I. 7. §. 45. 58.). Merkwürdig genug geht durch'beide
widersprechende Entscheidungen der r'othe'Faden der Billig-
keit. Bei der früheren Entscheidung li'av es ein treuloser
Mandatar, durch dessen Untreue der Mandant.nicht leiden
sollte. Fm neuesten Falle lag die Billigkeitsfrage umge-
kehrt; eS hatten hier die Kläger das Eigenthnm von Ku-
xen in Anspruch ' genommen, welche der Verklagte für
ihren Erblasser H.'angekauft Hane,'wogegen die Verklag-
ten unter anderein einwendeten, daß in einen! späteren
Vertrage der Erblasser der Kläger das Eigenthum der
Verklagten an den streitigen Kuxen anerkannt hatte, und
die Gültigkeit dieses späteren von den! H. ohne Zuziehung
seiner Ehefrau abgeschlossenen Vertrages war nun (wegen
der ehelichen Güterverhältnisse) davon abhängig, ob der

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