Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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erworben habe. Dieses stecht soll nun der angebliche
Auctor der Verklagten re. von Ducker durch den Vertrag
von 1088 erworben haben. Mein will man es auch ig-
noriren, daß es noch keineswegs gewiß ist, daß die dort
in Rede stehende Fischerei mit der fraglichen identisch, daß
sehr wenig dafür erwiesen ist, daß jene Fischerei in der
That in gehöriger Weise auf Verklagte ilbertragen worden,
endlich auch der ausschließliche Besitz zu resp. seit irgend
einer Zeit nicht nur nicht erwiesen, sondern durch die von
Klägern beigebrachten Zeugen als nicht vorhanden nach-
gewiesen ist, so muß doch der Umstand allein schon gegen
Verklagte entscheiden, daß namentlich in der Urkunde von
1668 kein Wort von einer ausschließlichen Fischerei, von
einer ausschließlichen Verleihung steht. Wenn man näm-
lich auch in dem Falle, daß es sich um die Fischerei in
einem öffentlichen Flusse, also um die Verleihung eines
Regals gehandelt hatte, diese ausschließliche Verleihung
als sich von selbst ve: stehend annehmen tonnte, so könnte
dies doch in casu. wo Fiskus Privatrechte veräußert ha-
ben mögte, nicht angenommen werden, denn wenn gleich
eö nach geincinern Siechte teinem Zweifel unterliegen kann,
daß FiskuS die Fischerei, wenn sie ihm auch niein gehörte,
dennoch gültig veräußern konnte, so war doch im Zweifel,
immer anzunehmen, daß dieser Eingriff in Privatrechte
ein möglichst geringer war, also die Ueberlragung höch-
stens auf das Recht zum Mitsiseben ging, auch würde für
den Fall, daß unter reu Eonlrahenten die Absicht auf
die Ueberlragung des ausschließlichen Rechts gegangen
wäre, hier, wo es sich um das Vergeben von Rechten
Dritter handelte, mindestens der weder erbrachte noch an-
getreiene Raebweis zu foltern gewesen sein, daß eine ent-
sprechende Uebergabe resp. die Besitznahme und Besitzhand-
lung stattgefunden habe. 'Anders würde die Lache sich
nur dann gestellt-haben, wenn man hätte Nachweisen tön-

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