Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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sich bei diesem System darauf, daß man nicht Gefahr
läuft, einem unbekannten besser Berechtigten weichen zu
müssen. Bei dem anderen hat man zufolge der oben
angeführten Fiction die absolute Gewißheit, daß derjenige,
der als Berechtigter eingetragen ist, auch der wirklich
Berechtigte ist; man darf daher nur das Hypothekenbuch
einsehen, um über das Recht seines Autors gewiß zu sein.
Das erste System ist in neuerer Zeit in Frankreich
eingeführt, und von da in die Rheinlande eingedrungen;
wir werden es das französische nennen. Das andere
ist das Altgermanische, und in allen deutschen Hypotheken-
gesetzgebungen beibehalten; ihm gebührt daher der Name
des deutschen Systems.
Dieses Letztere tritt übrigens in verschiedenen
Abstufungen auf. Für unseren Zweck genügt es, fol-
gende Unterschiede hervrrzuheben.
Bald stellt die Gesetzgebung den Rechtssatz an die
Spitze: das eingetragene Recht wird rücksichtlich jedes
Dritten als wirkliches Recht angesehen. Dieses Princip
ist das des preußischen Rechts. Andere Gesetzge-
bungen, so namentlich die Oesterreich'sche, stellten
dagegen als Princip auf: Realrechte an Grundstücken
werden, auch dem Autor gegenüber, erst durch die Ein-
tragung erworben.
Einige sichern dem Hypothekenglaubiger nur den
Rang seiner Forderung und das Eigenthum des Autors
zu. Andere lassen auch die Zulänglichkeit des Pfandes
feststellen; dahin gehört namentlich die Würtemberg'sche
Gesetzgebung.
Wenden wir uns nun von der materiellen Seite
des Hypothekeninstituts zu der formellen, so ist von vorn
herein klar, daß das deutsche System zur Erreichung

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