Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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butir'lid) sei an seinen Rechten, wenn ihm d aS
gefunden wird, so bittet er (mit urtheilen)
die Einweisung vor Gericht halben, ic.
Verbunden war damit eine Aufforderung an diejenigen,
welche ein Recht zur Widerspräche zu haben vermeinten.
Derm. Sachsenspiegel I. 25. pr.
So hat sich denn auch an den Orten, an welchen das
Grundbuchweseu noch jetzt auf die Auflassung basirt ist,
die Nothwendigkeit einer richterlichen llntersuchung nach
beiden Seiten hin, nach dem Rechte des Veräußernden
und nach dem Einspruchsrechte Dritter, fortwährend er-
halten*).
Wo hingegen das Institut der Auflassung durch
das römische Recht verdrängt wurde, blieb doch sehr
häufig die Rechlsqnsicht übrig, daß cs zur vollen
Wirkung der Veräußerung und Verpfändung von
Grundstücken der richterlichen Mitwirkung, der auoto-
ritas iudicialis, bedürfe. Tie Form hierfür war
die B estät i g u n g der Verträge durch den Richter**)
und die Eintragung derselben in die Gerichtsbücher.
Hierdurch erhielt nun die richterliche Prüfung eine neue
Grundlage.
Es bildete sich nämlich die Ansicht, daß derjenige,
der die richterliche Autorität angerufen hatte, bei seinem
Rechte völlig sicher und vor Schaden und Betrug ge-
schützt sein müsse, daß der Richter für die Beobachtung
aller gesetzlichen Erfordernisse verantwortlich sei. Die
*) Mevius Cornui, in Jus Lubecensc üb. 111. tit. 4. Art.
1. 3‘t. 40. tlt. 6. Art. 1. Ko. 21. Dergl. unten
S. 1» ff.
*) Bvehmer I. c. cap. ll. §. 4. Eichhorn Eint. §. 176. Deut,
sche Staat«. uno Rtchrsgesch. Thl. 4. ß. 564. Mittennaier
t tjfin deutstbm PrivatreLt« §. 160.

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