Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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Gründe
Auf der alten Poststraße zwischen l'ippstadt, Soest
und Hann» führt eine Brücke (2 lFuß lang, 13 Fuß
breit) im Bezirke der Gemeinde Hellinghanscn am s. g.
krummen (Ellenbogen über die Gießclcr. am 3ahrc 1784
bestand an der Stelle des Dorfes Hellinghausen ein ade-
liges Gut gleichen Namens. Leit einigen fahren vor
Anstellung des gegenwärtigen Prozesses hat die Bcrwal
tnngsbchördc auf Angehen der (Gemeinde, welche die auf
beiden Leiten der Brücke gelegenen Eoinmnnicationswcge
unterhält, die Stadt Vippstadt zur Unterhaltung dieser
Brücke angehaltcn, von der Ansicht ausgehend, die Ge
meinde befinde sich im Besitze des Rechts, die Unterhaltung
von der Stadt zu fordern. Gestützt auf die gesetzliche
Bcrinuthung der Freiheit erhebt jetzt die Stadt tzippstadt
gegen die Gemeinde Hellinghanscn Klage dahin:
zu erkennen, daß die Stadt ilippstadt nicht vcr
pflichtet sei, die neben dem Dorfe Hellinghanscn
am s. g. krummen Ellenbogen über die Gießclcr
führende Brücke zu unterhalten.
Früher, erzählt Klägerin, lag die Brücke im städti -
schen Gebiete und die Gießeler bildete nach der Seite von
Hellinghausen hin die Vaiidcsgränze nach dem Knrkvlinschc»
zu. Bor 40 bis 50 Jahren bei Gelegenheit einer Frucht
sperre fand eine Gränzkontrollc von beiden Seiten der
Brücke Statt. Als die Poststraße noch darüber ging, Hai
der damalige Postmeister zir tzippstadt, KellcrhanS, den
Weg bis zur Brücke und diese selbst unterhalten und dafür
auS der Postkasse jährlich an 500 Thlr. bezogen und einen
Aufseher unterhalten. — Klägerin stützt sich endlich aus
eine darrnstadtische Verordnung vom 15. November 1807,
wonach alle Freiheiten von der UntcrhaltungSpflicht an
Brücken rc. aufgehoben und letztere den Gemeinden auf-
erlegt sei.

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