Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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ihm ren Beweis der Erwerbung sicherte; so scheint schon
die Natur der Sache darauf hinzuführen, daß der Rich,
ter nicht blindlings seine Mitwirkung zu einem solchen
Akte gewährt haben wird. Vielmehr scheint eine gewisse
Prüfung durch das Wesen des Instituts geboten, wenn
sie sich auch nur auf die Wissenschaft des Richters und
des Umstandes stützen mochte.*) Eine Bestätigung hier-
für findet sich in dem Sächsischen Weichbild Art. 20.
Nun höret und vernehmet, ob ein Mann sein eigen
vergeben will, binnen Weichbild, wie er das thun
soll, damit es recht und redlich sei, und
hülfflich dem, der es haben soll. Er soll
kommen zu rechter Dingstatt, und vor die Bänke
mit dem, der es empfahen soll, so frage denn der,
der das Eigenthum will vergeben, (mit urtheiken)
wie er sein Eigen vergeben soll, daß cs ihm hülff-
lich sei zu seinem Rechre, so findet man ihm
zu Recht (mit der Erben laub) ob es Erb-
oder Gabschafft-Guth ist, daß cs nicht unbecrbee,
oder ungabhafft Guth sei, also daß ers gekauffet
habe um sein Geld, denn so mag er es geben, wem
er will, vhn jemandes Wiedersprechen, und jener
empsähet es auch also; wenn er's denn vergeben,
und jener empfahen hat, so frage dieser (mit ur-
theilen) ob er's also empfahen habe, daß es ihm
') Stuf den Zusammenhang der späteren causae cognitio mit
der Auflassung weist schon 2. H. Böhmer hin. De praero-
gativa hypothecarum pubi. cap. II. § 3. (Exerc. ad
Fand. Tom. III. pag. 9t) 1. )
Bei dem Verkauf des eckten Eigenthums au» Noth
(Eichhorn § 157.) scheint eine förmliche Beweirführung
vorgekommcn zu sein. Hamburg. Ltadtrecht v. I. 127V.
l. Stück, Nro. 6 (Anderson Hamburg. Privatrecht Th. I.
S. 31.)

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