Full text: Volume (Jg. 14 (1850))

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zelncn auf seiner kleinen Parzelle ganz fatal aus, und führt
-n gar nicht zu verhindernden Ueberschreitungen. Selbst die
Beibehaltung des rheinischen Gesetzes vom 17. April 1830,
wofür ich ebenfalls ein Amendement stellte, war nicht
durchzusetzen, da schon die meisten Rheinländer dagegen
stimmten, und zwar, wie Lensing zugestand, wegen der Be-
stimmung des tz. 8 flo 2, welcher die Jagd aus selchen'
eigenrhümlichen Besitzungen, auf welchen die Berechtigten,
oder ihre Vorfahren aus derselben Familie vor dem Jahre
1798 die Jagdgcrechtigkeit gehabt hatten, auf so lange als
dasselbe Grundstück im Besitze jener Familie blieb, also Meist
zum Vortheil des Adels, erhalten hatte. — Es läßt fich
kaum bezweifeln> daß die Revision der Jagd-Gesetzgebung
zu Bestimmungen führen wird, welche der jetzigen Verwir-
rung ein Ende, eine pflegliche Benutzung durch Verpachtung
möglich machen. Vollends verkehrt war nun aber, daß
die Hege-Grundsätze aufgehoben wurden. Es war dies
eine Rohheit, welche mit dem Abscheu unserer Zeit gegen
Thierquälerei sehr kentrastirt. Der Gerechte erbarmet sich
des Viehes. Auch hier muß die Gesetzgebung nachhelsen.
Es ist die Frage entstanden, inwiefern noch Bestra-
fungen wegen Eingriffe in fremde Jagdrechte Statt finden.
Auf der einen Seite läßt fich folgende Behauptung auf-
stellen. Das Recht, jagdbare wilde Thiere auszusuchen und
sich zuzueignen, ist die Zagdgerechtigkeit (A. L. R. II, 16
§. 30). Die Jagdgerechtigkeit gehört zu den niederen Re-
galien, und kann von Privatpersonen nur, so wie bei Rega-
lien überhaupt verordnet ist, erworben werden (F. 39), das
heißt, durch landesherrliche Verleihung oder Verjährung
(A. L. R. II. 14, §. 26 ff. 35). Diese privilegirte Ge-
rechtigkeit ist in Folge des neuen Gesetzes untergegangen.
Es kann nun allerdings der Eigenthümer Drittem das Be-
irrten seines Bodens, also auch das Vornehmen von Hand-
lungen auf demselben verbieten, und kann natürlich ungestört
das dort befindliche Wild fangen, und hiedurch das Eigen-
thum daran erlangen (A. L. R. I, 9 8. 107. 128). Aber
Xiv* Zabrflan^. IS Heft. 11

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