Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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thümlichen, unmittelbar an des Nachbars Hof oder
Garten stoßenden Wand oder Mauer, beliebig in der-
jenigen Erhöhung über den Fußboden der durch die
Fenster zu erhellenden Räume anzubringen, als ihm
(dem Eigenthümer) angemessen und nothwendig scheint,
damit diese Raume das nach ihrer Bestimmung berech,
ligte oder zu dem beabsichtigten besonder« Gebrauch er-
forderliche Licht erhalten. Diese Beschränkung, welche
die Anlage der Fenster in einer solchen Wand nur in
der Höhe von 6 Fuß über dem Fußboden verstattet, ist
aber dem Eigenthümer in jedem Falle nachtheilig, weil
ein in solcher Art erhellter Raum zu den gewöhnlichen
Zimmerbeschäftkgungen, zum Schreiben und anderen
Handarbeiten, in der Regel gar nicht, oder nur in
sehr mangelhafter Art wird benutzt werden können, der
Eigenthümer also durch diese vom Gesetz gebotene Fen-
steranlage in dem beliebigen bestmöglichen Gebrauch sei-
nes Eigenthums sehr erheblich beschränkt wird. Der Ei-
genthümer einer solchen Wand muß sich daher allerdings
mit dem für den gewöhnlichen Gebrauch der Zimmer
nnr nothwendigen Lichte begnügen, welches ihm durch
die Anlegung von Fenstern in der Höhe von 6 Fuß
über den Boden verschafft wird, und er hat keknesweges
— wie Implorant behaupten will — das Recht, sich
durch die Fensteranlage das volle, d. h. dasjenige an-
gemessene Licht zu verschaffen, welches nöthig ist, um
seine Zimmer zu jedem Zwecke zu benntzen. Eben des-
halb kann aus dem Gutachten der über die streitige
Fensteranlage vernommenen Sachverständigen durchaus
nichts zu Gnristen des Verklagten gefolgert werden.

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