Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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anlage, welche als solche für sich und als unverbun-
den mit einem bereits vorhandenen Gebäude besteht, und
eine solche ist die fragliche freistehende Mauer.
Eine Mauer, die zur Einfriedigung zweier Räume
dient, kann zwar mit dem Hause, wozu eiuer der
Räume gehört, Eigenthum desselben Besitzers, und jener
Raum Pertinenz des Hauses sein; allein deshalb hört jene
Mauer nicht auf, als selbstständiges Gebäude zu gelten,
wenn sie für sich besteht und einen selbstständigen Zweck
ausspricht.
II.
Was ist, wenn eine Gartenmauer zu den Gebäu-
den gerechnet wird, aber in dem Falle Rechtens, wenn
der Nachbar parallel zu einer solchen Mauer ein Ge-
bäude aufführt? — Es bestimmt nämlich das A. L. R.
Thl. II. Tit. 8
§. 139. Neu errichtete Gebäude müssen von älteren
schon vorhandenen Gebäuden des angränzenden
Nachbars, wenn nicht besondere Polizeigesctzc rin
Anderes vorschreiben, wenigstens drei Werkschuhe
zurücktretcn.
§. 140. Stößt aber das neue Gebäude auf einen un-
bebauten Platz des Nachbars, so ist ein Abstand
von anderthalb Werkschnhen hinreichend.
Muß also der Bauende von einer Gartenmauer drei
oder nur anderthalb Wcrkschuhe zurücktreten? -
Die Frage erhob sich gleichzeitig in einer andern
Rechtssache des Gastwirths Humperdknk gegen Kauf-
mann Wilkes. Der hinter dem Hause des erstem
in der Stadt Dorsten belegene, znm Hause gehörige

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