Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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der Gemeinden mitunter einige Abneigung Hatzen, und
daher, da die präsentirten Geistlichen ihr alS tüchtig
bekannt sind, nicht nothwendig finden, vor der Kolla,
tiou erst die Gemeinde auf ihr Recht der Auswahl auf-
merksam zu machen. Nichtsdestoweniger läßt sich aber
nicht füglich bezweifeln, daß die Gemeinde durch daS
Gesetz eine Art von Mit-Patronatrecht erlangt habe,
und der gültigen Kollation der Pfarrstelle erst die Ein-
willigung der Gemeinde vorhergchen müsse, obgleich frei-
lich eine nachfolgende stillschweigende Genehmiguug die-
sen Mangel sehr bald heben wird, sonst aber allerdings der
Weg Rechtens gegen eine solche Kollation stattfinden müsse.
Nur der Einwand ließe sich erheben, daß der Staat,
als solcher, keine besondere Religion habe, also auch
dem protestantischen Glaubensbekenntnisse nicht zugethan
sei, somit auch das fragliche Gesetz auf ibn keine An,
wendung finden könne. Allein man würde darauf er,
widern können, daß ein Patron, der gar keiner christ-
lichen Konfession angehört, überall kein Patronatrecht
ausüben kann (A. L. R. Thl. ü. Zit. 11. §. 582).
Es paßt aber der ganze Einwand nicht. Ter Staar
ist in der Person des Monarchen verkörpert, und nach
unserm Staatsrechte ist dieser Eigenthümer der Güter,
mit denen das Patronatrecht verbunden ist, und nicht
das Begriffsding, Staat. — Auch bedürfen die un,
historischen Ansichten, daß der Landesherr, als solcher,
riu Nominationsrecht habe, daß die Kirche nur im
Staate, eine Polizeianstalt des Staates sei, daß die
auf den Fsskus übergcgangcnen Patronatrechte eben
durch diesen Uebcrgang eine ganz andere rechtliche Na-

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