Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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eines Protokollführers in Gegenwart eines ode» zweier
Offiziere als Beisitzer niedergeschrieben und vorgelesen.
Die militairgerichtlichen Protokolle bieten daher keine ge-
nügende Sicherheit für die Vollständigkeit nnd Richtig-
keit ihres Inhalts dar. Der Berf. erzählt zum Belege
einen Fall, in welchem er als Vertheidiger eines Offi-
ziers den Verhandlungen beigewohnt und theilt verschie-
dene Ungenauigkeiten und Unregelmäßigkeiten mit, welche
dabei vorgekvmmen
In Bezug auf die Bertheidigung gälten zwar
wegen gemeiner Verbrechen und Vergehen die Bestim-
mungen der Kriminalordnung; allein laut Kriegs-Mü-
' nisterialerlaß vom 12. Januar 1823 müsse, falls ein
Vertheidiger von Amtswegen zu bewillige», vorzugsweise
ein Auditeur beigeordnet werden. Niemand verursache
aber seinem Freunde und Kollegen gern Weiterungen;
auch gehe den Auditeuren die einem Vertheidiger nothwen-
dige Unabhängigkeit ab. Mache aber einmal ein Ange.
klagter von seiner Brfugniß, einen nnabhängigen Mann
zum Vertheidiger zu wählen, Gebrauch, was. wegen der
durch das Subordinalionswesen beschränkten Willens- und
Wahlfreihcit bei Gemeinen und Unteroffizieren wohl
unerhört sei, so betrachte der Inquirent denselben als
seinen natürlichen Feind, verhindere möglichst, sich in di«
Karte scheu zu lassen, nehme Anträge und Gesuche
schief aus und suche den lästigen Zeugen durch Anzüg-
lichkeiten, wo nicht gar durch Beleidigungen fern zu
halten. Der Herr Verfasser theilt auch hierüber, eine
Geschichte aus dem Leben, anscheinend die Fortsetzung
der erster» mit, welche zu Beschwerden und Gegen-
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