Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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den hiermit wobt beseitigt sein. Hr. Koch säumt auch
nicht, den Leser über den Grund dieser Verstimmung
ins Klare zu setzen.
„Früher", sagt er, „kam es darauf an: wie mit
den gegebenen Kräften und mit Rücksicht auf die Loka-
lität die Arbeit am lcichccsten, schnellsten und besten ver-
richtet und wie dem Publikum Alles am bequemsten ge-
macht werden könnte, und es kam dabei hauptsächlich
der Scharfblick und die Geschäftskunde des Dirigenten
«n Betracht. Das ist jetzt anders, jene Aufgabe ist
weggefallcn und dafür ein überall gleichförmiges, nach
dem Buchstaben des neuen Reglements abgemessenes,
mechanisches Verfahren vorgcschriebcn; vernünftige Be-
rücksichtigung der Umstände, Verhältnisse und Persönlich-
keiten ist ein Dienüfehler. Diese Anordnung ist dem
Publikum und den Beamten gleich sehr lästig, bringt der
Staatskasse positiven Schaden und gewährt zum Ersatz
nicht den mindesten Vortheil"
Man ist natürlich gespannt auf den Beweis dieses Vor-
wurfs; man erwartet eine Parallele der freieren, das Er-
messen der Dirigenten begünstigenden Bestimmungen der Ge-
richtsordnung und der strengeren Vorschriften des neuen
Reglements, durch welche dies Ermessen beschränkt oder
ausgeschlossen ist. Statt dessen fährt Hr. Koch also fort:
„Dies belege ich durch folgende Spezialgeschichte:
Der Dirigent eines gewissen Gerichts hatte die Ein-
richtung getroffen, daß diejenigen Beamten, welche von
früh bis um 3 Uhr Nachmittags ununterbrochen fort-
arbeiten und mit ihrem Pensum aufkommen würde»,
an solchen Tagen des Nachmittags nicht wieder zn kom-

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