Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

481

Frage, ob tote zum Fortgänge nötbigen richterlichen
Handlungen des Prozesses einen besondern Antrag
erfordern, nichts entscheidet, wie den überhaupt in sol-
chen rein praktischen Fragen mit abstrakten, auf die
Spitze gestellten Prinzipien und Definitionen wenig aus*
zurichten ist.
Hierzu tritt drittens das Interesse der Parteien,
welche durch die gerichtliche Prozeßlcitung auf allein
wirksame Weise gegen die Nachlässigkeit des Anwalts,
so wie gegen dessen Abneigung wider die Sache oder
die Person des Klienten geschützt werden können.
Tie Entgegnung Koch's, die Partei möge persön-
lich in die Gerichtssitzung geben, um zu hören, wie mit
ihrer Sache umgegangen werde, trifft nicht zu. Eine
Partei, die es versteht, ibren Anwalt zu kontrolire»,
könnte allenfalls auch ohne einen solchen fertig werden.
Zudem wird es immer von dem Anwälte abhangen,
wann er es zur Gerichtssitzung will kommen lassen.
Die Annahme einer Personeneinheit zwischen Anwalt und
Partei ist eine Fiktion, die durch das Leben nicht selten
,'ronisirt wird. Hier wird gerade vorausgesetzt, daß der
Anwalt die postulirte Einheit vergißt und behauptet, daß
der Staat alle Veranlassung hat, demselben im Interesse
derer, die sich Rath suchend an ihn gewendet, durch
ein Verfahren vorzubeugrn, welches, um mit Hrn. Koch
zu reden, sich selbst treibt. Liegt der Betrieb des Pro-
zesses ausschließlich in den Händen der Advokaten, so
treibt sich die Sache eben nicht selbst, sondern es kommt
Alles auf die Persönlichkeit der Anwälte an, eben so
wie jetzt, was Hr. Koch mit Recht rügt, die Persön-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer