Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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Legatarie» die faleidische Quart abzuzichen, und keine
Lasten der Erbschaft zu tragen. Es wax;alfo ci»c wirk-
liche Rechtswohlthat. Bei dem landrrchtlichen Beneficial-
Erbcn findet von allem diesem das Gegentheil statt,
er genießt keine Rechtswohlthat, sondern die Legung des
Inventars erhalt ihm nur sein natürliches Recht, keine
fremden Schulden bezahlen-zu dürfen. Man sollte also
die Ausdrücke: Beneficialerbe, Rechtswohlthat des Inven-
tars ganz aus dem preuß. Erbrecht «»bannen, und ein-
fach die Lehre so vortragen: Jeder wird mit dem Anfall
der Erbschaft Erbe, sofern er der Erbschaft nicht aus-
drücklich entsagt, welches binnen K Wochen, geschehen muß.
Jeder Erbe muß binnen 6 Monaten ein Inventarium
legen, sonst kann er sich gegen die Erbschaftsgläubkger
nicht mit dem Einwande schützen, daß der Nachlaß za
ihrer Befriedigung nicht zum'che, vielmehr.muß er sol-
chen Falls den Nachlaß-mit seinem eigene» Vermögen
vertreten. Auch darf er nicht jeden Gläubiger, so wie
y. sich meldet, befriedigen, sondern <r uwß die in der
Concursordnutzg ^ vorgeschrseheve Ordnung beobachten,
sonst muß er den-dadurch. bevachtheiligteu Gläubigern
ays seinem eigenen Vermögen - gerecht werden; und um
sich-dagegen.sicher zu stellen, steht ihm nur frei, «auf
öffentliche Vorladung der Gläubiger und Eröffmmg deS
erbschaftlichen Liquidations-Prozesses getragen. — Ist
gar kein Activnachlaß vorhanden gewesen, oder doch
nicht zu seiner Kenntniß gekommen, so hat er freilich
kein Inventarium legen können, .aber er muß den au«
dringenden Gläubigern Nachweisen, daß wirklich kein Nach-
laß vorhanden gewesen ist.

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