Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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niffe, die ganz entgegengesetzt lauten, erlassen hat, ist
leider wahr; aber der § 46 der Einl. z. 31. L. R.
sagt nicht, daß der Richter geistlos am Buchstaben kle-
ben, sondern, daß er den Gesetzen den rechten Sinn bei-
legen soll.
4.
Jeder, der eine Erbschaft annimmt, glaubt, daß
er dadurch Vermögens-Vortheile erlangen werde. Nie-
mand ist so thöricht, Erbe zu werden, um fremde Schul-
den zu bezahlen. In der Erklärung, »Erbe ohne Vor,
behalt sein zu wollen--, liegt diese 3lbsicht keinesweges.
Wenn der Erbe während der Ueberlegungsfrist die Kräf-
te der Erbschaft als verständiger Hausvater, als erfah-
rener Geschäftsmann geprüft, und sie anscheinend voll-
kommen zureichend befunden hat, so wird er sich z,,m
Erben ohne Vorbehalt erklären, um den Beschränkungen
des Bencficial'Erben nicht unterworfen zu sein; oder die Er-
klärung und die Einreichung des Inventarii unterlassen,
um der Weitläufigkeiten und der Kosten, die damit ver-
bunden sind, überhoben zu werden; so wie aus der na-
türlichen Abneigung, Andere, insbesondere den Richter in
seine häuslichen und Vermögens - Angelegenheitcu blicken
zu lassen. Es scheint sehr hart, daß Gläubiger, welche
vielleicht Jahre lang mit ihren Forderungen vorsätzlich
oder aus Nachlässigkeit zurückgehalten haben, berechtigt
worden sein sollen, den Erben um Wohlstand und Ver-
mögen zu bringen, der beim Ablauf der Deliberations-
frist von diesen Forderungen keine Kenntniß haben konnte
und also durch ausdrückliche oder stillschweigende Er-
klärung, Erbe ohne Vorbehalt sein zu wollen, nichts

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