Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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Endlich ist. die Aufforderung, vor Ablauf der Der«
jährungsfrist den drohenden Verlust des Rechts durch
Anmeldung der Klage abzuwenden, völlig verschieden von
der Zumuthung, sofort am Tage des gegebenen Dar-
lchns, der gewöhnlichen Absicht beider Kontrahenten ent-
gegen , durch Kündigung einen nähern Termin zur Rück-
zahlung des Darlchns zu bestimmen. Ueberdies würde,
wenn ein solcher Fälligkeitstermin der Absicht der Kon-
trahenten gemäß wäre, jenes ein eben so unzweckmäßi-
ges, als ungewöhnliches Mittel sein, da es offenbar
zweckmäßiger sein würde, sofort den am Ende einer
solchen Kündigungsfrist liegenden Tag als Zuhlungstag
zu bestimmen.
Wenn es aber demungcachtee für sonderbar, ja für
verkehrt gehalten wird, daß eine Forderung, rücksichtlich
welcher ein bestimmter Zahlungstermin stipulirt worden
ist, von diesem Tage an der Verjährung unterliegt,
eine Forderung dagegen, rücksichtlich welcher kein Zah-
lungstermin stipulirt worden, ohne vorgängige Kündi-
gung gar nicht verjährbar sei (Entscheid. S. 177. —-
Börnemann S. 72. — N. Archiv S. 273), so kann
blos zugegeben werden, daß, mit Rücksicht auf einzelne
Fälle, dieses Argument den unbedingten Werth der über
die Verjährung durch Nichtgebrauch bestehenden Vor-
schriften trifft. Insbesondere dürften Fälle, wo eS we-
gen vorausgegangenen Widerspruchs deS Schuldners ei,
ner gerichtlichen Derurtheilung bedarf, dem Gesetzgeber
Veranlassung sein, für diese den Anfang der Verjäh»
rung ausnahmsweise anders zu bestimmen und die im
§. 4* Nr. 1. Tit. 28. P. O. nur aus bestimmtm In-

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