Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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Las 31. L. 9?; hat, wie schon angezeigt, entgegen-
gesetzte Grundsätze aufgestellt. Sonst hätte auch im §« 73
die Entschädigungspflicht nicht auf den Fall versäumter
Zlufsicht beschränkt werden dürfen; sic müßte eintrrten,
wenn nur überhaupt durch Thiere Schaden zugefügt ,'st.
Deshalb verordnet ferner der §. 78, daß, wenn die
Thiere zweier Eigenthümer ohne weitere Anreizung ein-
ander beschädigen, nur der hafte, welcher bei der Auf-
sicht über das schädlich gewordene Thier seine Pflicht
vernachlässigt hat. U1 pian in I. 1. §. 8. dig. si
quadrupes pauperiem IX. 1. entscheidet dagegen:
si alis quadrupes aliam concitavit, ut damnum
daret, ejus qui concitavit, nomine (actione de
pauperie) agendum erit. Vcrgl auch I. 1. §.11
ibid.
Die von Bornemann System Bd. II. S. 348
mitgetheilten Materialien bestätigen die von mir vcrthei-
digte Meinung. In der revisio monitorum zum
ersten ungedruckten Entwürfe äußerte Suarez: „Thiere,
die ihrer Natur nach unschädlich sind, werden entweder
zum Gebrauch in der ländlichen oder städtischen Haushal-
tung gehalten, oder bloszum Vergnügen. Werden sie zum
Gebrauch gehalten, so haftet der Eigenthümer nur als-
dann, wenn er die nvthige Aufsicht über die-
selben vernachlässigt. . . Hält Jemand unschäd-
liche Thiere blos zu seinem Vergnügen, so ist er zwar
nicht verbunden, für den von selbigen ohne sein Ver-
schulden verursachten Schaden zu haften; der Beschä-
digte aber kann sich an das Thier halten, und wenn
der Eigenthümer solches nicht will, so muß er den
X» Jahrz. 2i Heft. 14

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