Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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zwischen den Mitgliedern der sogenannten Landes-Justiz»
Kollegien und den sogenannten Unterrichtern in Anse-
hung deS Verstandes und der natürlichen Geistesfähig-
keiten macht, die Bestimmung, daß die Ersteren äußerst
kluge und geschickte Leute sein müssen, die Letzteren aber
allenfalls Dummköpfe sein können, weil sie von den
Klugen herumgeführt "werden (A. G. O. III. 4, 5,
20,32), ist eine Beleidigung der Gerechtigkeit und eine
Entwürdigung der sogenannten Unterrichter, die dadurch
von Rechts, und Standeswegen für bornirt erklärt wer-
den. Die Gerechtigkeit kennt nicht verschiedene Klassen
oder Kategorien unter ihre» Priestern, sie verlangt von
Allen gleiche Befähigung, gleichwie sie von dem Unter-
schiede zwischen vermeintlich wichtigen und unwichtigen
Sachen nichts weiß. Dieser Unterschied muß deshalb
wegfallen, und die Richter müssen alle gleiche Proben
ihrer Tüchtigkeit ablegen, folglich auch für jeden Rich,
ttrposten grundsätzlich für gleichberechtigt gelten."
Durch den Uebersiuß von Obcrlandesgerkchts» Assessoren
wären wir dahin gekommen, daß bald alle Untergcrichte
mit Männern, die das dritte Eramen bestanden hatten,
besetzt wurden, daher mit den Mitgliedern der Obergerkchte
gleiche Befähigung hatten, und wenn sie dereinst in diese
traten, ein praktisches Element ans dem Leben mit hin-
einbrachten. Durch die jetzt beabsichtigten neuen Ein-
richtungen dürfte den Obergerichten, die ihre Assessoren
filk sich behalten und sich daraus ergänzen sollen, leicht
jene wohlthätkge Rückwirkung aus der Praris entgehen.
Aber freilich, wenn wir die Justiz von der Verwaltung
erlösen, das öffentlich-mündliche Verfahren allgemein

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