Full text: Volume (Jg. 10 (1845))

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verschiedenen Rücksichten beruhen. Man vergleiche die
Bestimmung über die Dauer deS ausschließlichen Rechtes
bei literarischen Werken. Sie umfaßt das Leben des
Autors und noch eine 30jährige Frist, während die
Ausschließlichkeit des von dem Künstler und seinen Rechts-
nachfolgern ausgcübten Rechts nur 10 Jahre währt.
Man sieht, es handelt sich hier von einem Privilegium,
welches nach verschiedenen Rücksichten länger oder kürzer
währt. Ganz anders bei der Bestimmung des §. 29.
Hier ist gar keine Ausschließlichkeit, kein Privilegium,
denn der Abbildner, obgleich rechtmäßig dazu befugt,
hat die Conkurrenz einer neuen Nachbildung zu gewär-
tigen. Er wird nur dagegen geschützt, daß ihm nicht
die Früchte seiner Arbeit entzogen werden sollen, so
lange er noch im Stande ist, sie zu ärndten. Ihm wird
nichts verliehen, sondern nur erhalten, was er recht-
mäßig erworben. Er verhält sich in der That ebenso
wie der Verleger eines litterarischcn Werks, und es ist
nicht anzunehmen, daß das Gesetz ihn schlechter stellen
wollte, als diese.
Einer besonder» Widerlegung der Gründe des Ur-
theils vom 27. Nov. pr. wird es hiernach kaum be,
dürfen. Es ist darin der Unterschied, welcher zwischen
einer neuen Nachbildung nach dem Original, und zwischen
einer Nachbildung der Nachbildung statt findet, völlig un-
bemerkt geblieben. Nur hierdurch konnte juäex a quo
ein Argument für seine Ansicht darin finden, daß im §. 27
von der (neuen) Nachbildung eines bereits vervielfäl-
tigten Kunstwerks die Rede ist. Hitzig in seinem
Commentar über das Gesetz vom 11. Juni 1837

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