Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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Rach odes dir Einwilligung der Aeltern gemeint, sey?
Allein schon die angeführte Stelle berechtigt zu der An-
nahme, daß der bloße Rath hinrciche, da unmittelbar
vorher vom Rath der Verwandten die Rede ist, das
Gesetz aber überhaupt deswegen erlassen worden, um die
Entführungen der Töchter zu verhindern. Ueberdies muß
man ein Gesetz so interpretkren, wie es mit den älteren
Gesetzen am nächsten übereinstimmt. Nun aber verordnet
das Römische Recht, welches zur Zeit der eingegagenen
Ehe bei der Suspension des Landrechts noch anwendbar
war:
L. 5. C* de nuptiis (5, 4.)
Si Cut proponis) pater quondam mariti tui, in
cujus Fuit potestate, cognitis nuptiis vestris, non
contradixit, vereri non debes, (ne) nepotem
suum non agnoscat,
und die Glosse setzt hinzu:
Nuptiis filii pater, qui non adversatur, consentire
intelligitur..
Die Anwendung dieser Stellen kann um so weniger
einem Bedenken unterliegen, als in dem Landtags- Ab,
schied vom 14. . August 1660 §. 24. heißt:
„so sich ohne ihrer Aeltern und Freunde Rath ver-
„heirathen "
Den Beweis, daß dies nicht geschehen, hatte hie
Derkl. Frau vo.n. Nagel führen müssen; denn obgleich
in der Regel dersenkge, der eine Thatsachc behauptet,
dieselbe beweisen muß, so muß. man doch nach der Regel:
,»<£uilibet pr^esumiter bonus." die Pflichtmäßigkeit bei

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