Full text: Volume (Jg. 5 (1838))

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eln Fall, welcher nach 'vergeblich versuchtem Beweise
durch andere Beweismittel wirklich vorliege; daß
6. demjenigen, welchem rin Eid ziigrschobcn - werde,
- freistehe, durch Gewiffensvertretnug eine andere Be-
weisführung durch Eid präjudicial zu machen, und er'
dennoch, nach mißlungenem Versuche, noch zur Att-
- nähme oder Zurückschiebung des Eides de» Rück-
tritt nehmen könne. Wende man diese Befugniß
nach ^ dem Prinzip der Rechtsgleichheit unter de»
Partheien auf den Bcwcisführcr an, so thue er bei
dev eventuellen Eidesdelation nur das nämliche,
was- seinem Gegner nach der Eidcszuschicbung durch
Gewissensvertretung unstreitig zustche. Glück'°)
macht als entscheidenden Grund geltend, daß nach
gemeinem Rechte und dem Gerichtsgebrauche dem
Beweisführer »erstattet scy, nach mißlungenem Be-
weise zu der Eidcsdelation seine Zuflucht zu nehmen;
- im Üebrigen wiederholt er wörtlich die Argumente
von Gönner. Beide Begründungen sind von keinem
Belange; die Argumente von Gönner passen auf
die eventuelle Eidesdclation gar nicht,'') sondern
es stände dadurch nur die vorbchaltene Kumulation
des Eides mit anderen Beweismitteln zu rechtfer-
tigen, wobei aber das Hindcrniß, welches )'n der
Beweisfrist liegt, nicht gehörig envogen wird Bei
der von Glück vorgetragenen Lehre ist es freilich
unnöthig, über die eventuelle Eidesdelation noch

,e) Kommentar Bd. 12. S. 216. 2i7.
t7) Dergl. Linde a. fl. O. S. i92.

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