Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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für Schritt nachzugeben beschlossen. Des Menschen Ge-
dächtnis) ist so kurz, und das einmal Bestehende übt eine
so bezaubernde Wirkung auf die Menscheu!
Es war daher, nachdem der Entwurf einer neuen
allgemeinen Prozeß-Ordnung verworfen war, am 1. Juni
1833 NUk möglich, die bisher beschriebene» Mangel bei
einer gewissen Klasse von Sachen, die vorzüglicher Be-
schleunigung bedurften, dabei auch ziemlich einfach schienen,
zu beseitigen. Man führte den summarischen Prozeß ein,
der, wenn man ihm für nicht ganz einfache Sachen noch
Replik und Duplik hinzufügt, wohl allen Anforderungen
an ein gutes Verfahren entspricht. — Er hat sich herrlich
entwickelt, die Ober-Eerichts-Präsidenten berichten es regel-
mäßig jedes Jahr, und die Nation fühlt es. Allein
dennoch irrten die sehr, welche glaubten, man würde
nun den summarischen Prozeß generalisiren, und endlich
statt der von so vielen Seiten durchlöcherten, durch und
überbauten alten Gerichts-Ordnung einen nencn Prozeß-
Coder ediren. Man hat zwar das summarische Ver-
fahren nachher auf einige andere Gegenstände übkrtragen,
so am 4. März 1834 auf die Interventionen in
executivis, so am 26. April 1635 auf die Streitig-
keiten über Verträge zahlungsunfähiger Schuldner. Und
so hat man jetzt durch die Verordnung vom 5. Mai
1838 die Vorschriften der Verordnung vom 1. Juni
1833 über die Insinuation der Erkenntnisse, und über
Einziehung des Appcllationsberichls auch auf den ordent-
lichen Prozeß angewandt. So wird- man nächstens wobl
die Präjudize des summarischen Prozesses rücksichtlich der
Einreden, und der Pfova in der Appellations - Instanz
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