Full text: Volume (Jg. 5 (1838))

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zu geben, — was kn abstracto richtig, in concreto
«»richtig ist.
Auf diese Weise suchte man auszuführcn, daß der
Gutsbesitzer, her einen eingetragenen Gläubiger bezahlte,
eben so wohl die Absicht zu kaufen, als zu tilgen
haben könne, und daß man jene Absicht vermuthen,
und, alS die ihm vortheilhastere durch gesetzliche Inter«
prctation seiner Handlung unter-, und der Quittung
die Wirkung einer Cession beilegen müsse.
So wenig man nun dieser Ausführung bcistimmen
kann, weil die Absicht zu kaufen, in der Person des
Realschuldncrs, und in Bezug auf Las Hvpothckenrecht
gedacht, nach der Theorie unseres Rechts juristisch —
und man darf hinzufügcn überhaupt logisch — eben
so unmöglich ist, als nach römischen Rechte, so läßt
sich doch andererseits nicht verkennen, daß das letzte
praktische Resultat, zu dem man durch unrichtige
Gründe gelangte, ein durchaus richtiges, ja ei»,
durch ein unabweisliches Bedürftiiß dergestalt bereits vor-
gczcichnetes war, daß die Aufgabe des Gutachtens nur
die scyn konnte, es theoretisch aus unserem Rcchtssysteme
zu deducircn.. Dieses richtige Ergebniß bestand darin:
daß mau das Recht des zahlenden Eigenthümers,
über einen Werth seines Grundstücks zu verfügen, an-
erkannte, auf welchen der bezahlte Gläubiger selbst-
redend kein Recht weiter haben konnte, und ans
welchen die nachstehenden Creditoren niemals ein
Recht erworben hatten. Und diese Befugm'ß ver-
stand sich ohne jene Ausführung ganz von
selbst, sobald man nur diese beiden, in dem Gutachten

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